AssistSim Entwicklung und Evaluation von Assistenzfunktionen für die Simulation logistischer Prozesse im Automotive-Bereich Das Projekt AssistSim wurde prämiert mit dem zweiten Platz des 5. Hessischen Kooperationspreises. Der Preis wird zweijährlich vom TTN-Hessen verliehen und würdigt herausragende Forschungs- und
Entwicklungskooperationen zwischen Forschung und Industrie.
Der Einsatz der Simulation
hat sich in der Automobilproduktion als Werkzeug zur Planung, Steuerung und
Überwachung von Prozessen etabliert. Aktuelle Simulationswerkzeuge ermöglichen
u. a. eine detaillierte Modellierung von produktionslogistischen Abläufen, z.B. zur Untersuchung der Versorgung des
Fertigungsbands durch Zulieferteile, der Entkopplung unterschiedlicher
Produktionsbereiche durch die Einrichtung von Lagerbereichen oder unterschiedlicher
logistischer Konzepte zur staplerlosen Fabrik. Durch die Simulation lassen sich
Aussagen über die Produktivität und Schwachstellen der Produktion ableiten oder
Planungsvarianten untersuchen, ohne reale Produktionsprozesse zu stören oder
aufwendige (Umbau-) Arbeiten zu initiieren, bevor Vorteile und Risiken
untersucht sind.
Die hohe Anzahl an
Parametern und Freiheitsgraden bei Simulationsmodellen stellt jedoch eine große
Herausforderung bei Simulationsstudien dar, so dass viel Aufwand durch
Routinetätigkeiten durch manuelle Anpassung von Parametern und Betrachtung von
Simulationsergebnissen entsteht, um prozessrelevante kritische Situationen zu
identifizieren (z.B. Leerlaufzeiten von Maschinen oder Pufferengpässe). Das
Verbundvorhaben „AssistSim“ setzt genau an dieser Stelle an. Zielsetzung des
Projektes ist die Entwicklung von Methoden und Softwarekomponenten zur systematischen
simulationsgestützten Unterstützung von logistischen Prozessen im
Automotive-Bereich. Die zu entwickelnden Komponenten sollen eine Assistenz für
die Planung und Durchführung von Simulationsexperimenten bieten.
Die Planungsassistenz soll
Softwarekomponenten umfassen, die ein bestehendes Simulationsmodell analysieren
und dem Anwender Untersuchungsschemata zur Auswahl anbieten. Diese Komponente
soll es ermöglichen, zu untersuchende Hypothesen zu formulieren („der Kauf
einer weiteren Maschine führt zu einer Produktionssteigerung von mindestens
7%“, „durch Vergrößerung der Pufferkapazität um 3 Plätze vor der Montagestation
lässt sich die Anzahl der Rückstaus in der Produktionskette um 30%
reduzieren“). Aus den Eingaben des Benutzers werden Simulationsexperimente
automatisiert geplant. Die Durchführungsassistenz soll die (teil-) automatisch die
Durchführung der Simulationsläufe übernehmen, diese überwachen und Ergebnisse zusammenstellen.
Ist beispielsweise die Fragestellung, welche Vorteile eine größere Pufferkapazität
bringt, so erfolgt eine systematische Betrachtung verschiedener Varianten im
Simulationsmodell. Über eine interaktive Benutzerführung werden dem Benutzer
aktuelle Informationen zum Status der Experimente sowie zu den
Simulationsergebnissen bereit gestellt.
Dieses Projekt
(HA-Projekt-Nr.: 185/09-15) wird im Rahmen der Hessen ModellProjekte gefördert
aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für Regionale
Entwicklung - EFRE) und aus Mitteln des Landes Hessen.
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